Madenbefall beim Kaninchen (Myasis)

In den Sommermonaten sind Fliegen und deren Maden ein Risiko für Kaninchen - eine regelmäßige Kontrolle der Tiere ist wichtig.

Madenbefall beim Kaninchen - Myasis

Dabei handelt es sich um eine  Krankheit, die vor allem in den Sommermonaten auftritt. Hierbei legen Fliegen ihre Eier auf dem Kaninchen ab. Aus den Eiern entstehen Maden die sich vom Gewebe des betroffenen Tieres ernähren. Besonders gefährdet sind Tiere mit Durchfall, verschmutzter Anogenitalregion (Bereich zwischen Genitalorganen und Anus), verschmutztem Gehege.

Alarmzeichen

Kaninchen mit Madenbefall sind meist sehr apathisch und fallen dadurch auf, dass sie sich kaum noch bewegen und nur an einem Fleck sitzen. Oft stellen die Tiere auch das Fressen ein. Manche Kaninchen versuchen auch sich in die betroffenen Körperteile zu beißen.

Eindeutig lässt sich ein Madenbefall feststellen, wenn die ca. 0,5-1cm großen Maden am Kaninchen krabbeln. Bevor die Maden schlüpfen können sich auch Fliegeneipakete am Tier befinden. Die Fliegeneier sind ziemlich klein, weiß gelb und sehen aus wie Sägespäne.

Was tun bei Madenbefall?

Wenn sie Maden auf ihrem Kaninchen finden, ist das ein absoluter Notfall. Das Tier muss unverzüglich, auch nachts und am Wochenende, einem Tierarzt vorgestellt werden. Da diese Erkrankung für die Kaninchen sehr qualvoll und schmerzhaft ist. Je länger die Maden Zeit haben sich in die Tiefe zu fressen umso schlechter sind die Überlebenschancen des betroffenen Tieres.

Zu Hause kann man bereits sichtbare Maden absammeln und evtl. vorhandene Eierpakete mit einem Floh-Kamm auskämmen.

Beim Tierarzt werden zunächst noch vorhandene Maden abgesammelt, der betroffene Bereich geschoren. Anschließend wird das Kaninchen gebadet und die Wunden je nach Größe und Tiefe versorgt. Die Tiere erhalten ein Anti-Parasitikum, um noch vorhandene Maden abzutöten. Zusätzlich erhalten die Tiere ein Antibiotikum, ein Schmerzmittel und ggf. Infusionen zur Kreislaufstabilisierung. In den nächsten Tagen ist eine intensive Überwachung der Kaninchen nötig.

Sind die Maden bereits in die Bauch- oder Brusthöhle vorgedrungen oder sehr großflächige tiefe Wunden vorhanden, muss das Tier eingeschläfert werden.

Maßnahmen zur Prävention eines Madenbefalls

  • Alle Tiere mindestens 1mal täglich hochnehmen und insbesondere die Genital/Analregion gründlich auf Maden untersuchen
  • Risiko-Kaninchen mindestens 2mal täglich anschauen (Tiere mit Übergewicht, Zahnerkrankungen, Durchfall, Blasenprobleme, Arthrose oder offenen Wunden)
  • Risiko-Kaninchen die akut erkrankt sind z.B. Durchfall mit schlechtem Allgemeinbefinden ganztägig ins Haus/Keller holen
  • Engmaschige Fliegengitter am Kaninchengehege anbringen
  • Keine Mülltonnen, Komposthaufen o.ä. was Fliegen anzieht in der Nähe des Kaninchengeheges
  • Klo-Ecken insbesondere im Sommer mind. alle 1-2 Tage gründlich reinigen, komplettes Gehege mind. 1 x pro Woche gründlich reinigen
  • Fliegenfallen, Fliegenstrips o.ä. im Gehege bzw. in der Nähe anbringen (muss außer Reichweite der Kaninchen sein!)

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 © Lisa Nierhaus, AniCura Kleintierzentrum Heilbronn, November 2017

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