Allergien bei der Katze

Als Allergie wird eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet, die sich in typischen, oft mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Symptomen äußert.

Allergiegruppen

Am häufigsten ist die Flohspeichelallergie. Die Flöhe selbst werden selten gefunden, da die Katzen sie sich sofort aus dem Fell putzen. Die allergische Reaktion kann jedoch mehrere Wochen anhalten, wenn sich z.B. noch Flohkot im Fell befindet. Diese Allergie kann, muss aber nicht, im Sommer stärker ausgeprägt sein.

An zweiter Stelle stehen Futtermittel-Reaktionen. Es handelt sich hierbei um Unverträglichkeiten oder Allergien gegen einzelne Futtermittelbestandteile wie z. B. Hühnchen, Ei, Reis, Soja usw. Futtermittelreaktionen können schon bei Jungtieren, aber auch bei erwachsenen Katzen, welche seit Jahren das gleiche Futter bekommen haben, auftreten. Hinzukommen können auch Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen, Durchfall, Blähungen oder Verstopfung.

Die dritthäufigste Allergie ist die Atopie (Umwelt-Allergie). Umwelt-Allergene sind Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern, sowie Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Bei Letzteren tritt die Symptomatik ganzjährig auf, bei Pollenallergikern ist der Winter oft die einzige symptomfreie Zeit.

Symptomatik

Katzen mit Allergien zeigen vier verschiedene Reaktionsmuster (Krankheitsbilder) auf der Haut:

  1. Beim linearen Granulom entsteht am hinteren Oberschenkel eine erhabene, krustige und haarlose längliche Stelle, welche die Katzen nicht zu stören scheint.
  2. Das indolente Geschwür mit Substanzverlust befindet sich an der Lippe, es sieht fürchterlich aus, ist für die Katze jedoch nicht schmerzhaft.
  3. Eosinophile Plaques sind leicht erhabene, oft stark juckende und nässende Stellen an Innenschenkel und Bauch.

Alle Krankheitsbilder können einzeln oder in Kombination und mit oder ohne Juckreiz auftreten.

Katzen mit Juckreiz putzen sich vermehrt, sie lecken, knabbern und rupfen sich die Haare aus oder schütteln die Ohren. Manche Katzen lassen sich dabei nicht beobachten. Während sich einige Katzen schlimme Wunde zufügen, gehen andere so sanft vor, dass die Haut normal aussieht und nur die Haare fehlen.

Diagnostik

Allergien sind immer Ausschlussdiagnosen. Dies bedeutet, dass zunächst Krankheiten mit ähnlicher Symptomatik (wie Milbenbefall und Hautpilze) ausgeschlossen werden müssen. Eine Probetherapie gegen Flöhe ist immer erforderlich, da eine Flohallergie selten ausgeschlossen werden kann, auch wenn keine Flöhe auf der Katze gefunden werden. Zwischen Futtermittel- und Umweltallergie kann nur durch eine mindestens achtwöchige Eliminationsdiät (s. unten) unterschieden werden. Bessert sich die Symptomatik in dieser Zeit nicht, kann eine Futtermittelreaktion ausgeschlossen werden. Ein Blutallergietest kann weiteren Aufschluss über eine Umweltallergie geben.

Therapie

Bei jeder Allergie ist die Allergenvermeidung, soweit möglich, der erste Schritt.

Bei einer Flohallergie beinhaltet dies eine gute Flohkontrolle aller Tiere im Haushalt, d.h. ganzjährig alle 4 Wochen gegen Flöhe behandeln.

Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie wird mindestens 8 Wochen lang eine Ausschlussdiät mit anschließender Provokation durchgeführt.

Umweltallergien sind am schwierigsten zu behandeln, da eine Allergenvermeidung hier kaum möglich ist. Die Desensibilisierung wie beim Menschen oder Hund ist bei der Katze nicht möglich. Es stehen jedoch viele Medikamente zur Verfügung, welche die durch die Allergie verursachte Entzündung und somit den Juckreiz eindämmen.

© AniCura, September 2018