Kastration des Rüden

Eine Kastration ist beim Rüden zwar nicht so häufig, kann aber auch bei ihm in einigen Fällen sinnvoll sein.

Im Gegensatz zu Hündinnen werden Rüden weniger oft kastriert.

Zeigt ein Rüde jedoch ein ausgeprägtes Sexualverhalten mit Streunen und Aggressivität, was seine Haltung und Erziehung erheblich erschwert, ist über eine Kastration nachzudenken. Nicht immer erleichtert jedoch eine Kastration automatisch die Haltung des Rüden. Manche störenden Verhaltensweisen des Hundes haben auch andere Ursachen. Wir beraten Sie gerne und umfassend und empfehlen bei Bedarf einen erfahrenen Hundetrainer.

Neben Verhaltensproblemen können Erkrankungen des Genitalapparats eine Kastration medizinisch notwendig machen. Dazu zählen Tumoren an Hoden und Zirkumanaldrüsen, sowie wiederkehrende Entzündungen, Abszesse und Zysten an der Prostata, oder nicht in den Hodensack abgestiegene Hoden (Kryptorchismus). In diesen Fällen ist eine Kastration oft unumgänglich.

Eine Kastration ist beim Rüden weniger altersabhängig als bei der Hündin. Sie ist nahezu jederzeit möglich, wenn nicht andere Gründe, z.B. ein erhöhtes Narkoserisiko, dagegen sprechen. Allerdings sollten junge Hunde nicht vor ihrer Geschlechtsreife kastriert werden, um die normale körperliche Entwicklung nicht zu beeinträchtigen.

Beim Rüden ist eine vorübergehende chemische Kastration in Form eines Suprerolinchips möglich, die Wirkung des Chips endet nach einigen Monaten, wodurch der Hund wieder in den ursprünglichen Hormonzustand zurück kehrt. 


© AniCura Kleintierspezialisten Augsburg, September 2018