Mein Hund verweigert das Essen, was kann ich tun?

Mit der Nahrung nehmen Tiere wichtige Nährstoffe und Kalorien auf, die sie energiereich durch den Tag kommen lassen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen dazu führen können, dass Ihr Hund das Futter verweigert und in welchen Fällen Sie einen Tierarzt konsultieren sollten.

Hund verweigert Essen – Das sollten Sie tun 

Ist Ihr Vierbeiner grundsätzlich mäkelig, so ist es normal, wenn er hin und wieder nicht frisst. Ihr Hund verweigert das Essen jedoch ganz plötzlich, obwohl er gestern noch seinen Fressnapf geleert hat? Dann sollten Sie folgende Dinge kontrollieren:

Überprüfen Sie das Maul Ihres Hundes auf Fremdkörper, Zahnschäden und Verletzungen an Gaumen oder Zahnfleisch.

Wie ist der Allgemeinzustand Ihres Hundes? Weist er neben der Appetitlosigkeit noch andere Symptome auf, wie:

Generell gilt, dass bis zu 7 Tagen ohne Nahrungsaufnahme einem gesunden Hund nicht schaden. 

Ihr Hund verweigert das Essen und zeigt weitere Krankheitszeichen auf? Oder Ihr Hund verweigert das Essen bereits seit mehreren Tagen konsequent? Dann sollten Sie umgehend einen Tierarzt konsultieren. 

Mögliche Gründe für Fressunlust 

Überfütterung
Viele Hundehalter haben oft eine zu hohe Erwartungshaltung, was die Futtermenge betrifft. Viele Hunde benötigen am Tag gar nicht so viel Nahrung, wie gedacht. Wenn Sie ihrem Hund mehr Futter hinstellen als er braucht, wird er jenes auch nicht essen. 

Über den Tag verteilt können eine größere Anzahl an Leckerlis dazu kommen. Viele Hunde sind daran bereits satt gefressen, sodass sie dem Futter im Napf keine Beachtung mehr schenken. 

Schüchternheit 
Gerade schüchterne Hunde haben manchmal das Gefühl, dass ihr Halter das Futter für sich beansprucht. Sie können gewisse Situationen nicht einschätzen und wissen nicht, ob sie nun fressen dürfen oder nicht. Lassen Sie Ihren Hund daher stets in Ruhe essen und verlassen Sie dabei am besten den Raum. 

Häufiger Futterwechsel
Geruch, Geschmack und Konsistenz tragen dazu bei, ob Ihr Vierbeiner sein Futter annimmt. Viele Tieren reagieren empfindlich, wenn neues Futter im Napf liegt und lehnen es anfangs ab. 

Erlernte Appetitlosigkeit 
Dieses Verhalten verfestigt sich bei Hunden, die z.B. aufgrund einer Krankheit längere Zeit nichts gefressen haben und wieder angefüttert werden sollen. 

Besorgte Halter bemühen sich ihren Vierbeiner wieder zum Fressen zu motivieren. Viele Hunde missverstehen dieses Verhalten. Sie denken, je zögerlicher oder je weniger sie fressen, desto mehr Zuwendung bekommen Sie von Ihrem Halter. 

Stress
Ortswechsel, Trennungsangst oder Familienzuwachs stellen für Hunde Stresssituationen dar, in denen sie meist kein Futter aufnehmen. 

Hitze
Bei hohen Temperaturen fressen viele Hunde weniger als gewöhnlich und greifen lieber zum Wassernapf, um sich abzukühlen und den Wasserhaushalt im Körper auszugleichen. 

Läufigkeit 
Hormone beeinträchtigen ebenfalls den Appetit. Läufige oder scheinträchtige Hunde fressen manchmal weniger. 

Zahnschmerzen
Bei Zahnschmerzen möchten Hunde zusätzliche Schmerzen durch Kauen vermeiden, weshalb sie das Fressen verweigern. Außerdem brechen bei Hunden zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat die bleibenden Zähne durch, weshalb sie ebenfalls ungern fressen. In solchen Situationen können Sie das Futter einweichen, um das Kauen zu erleichtern und angenehmer zu gestalten. 

Übelkeit / Erbrechen
Ihr Hund erbricht Futter oder hatte vor kurzem erbrochen? Dann kann es durchaus sein, dass Ihr Hund das in dieser Zeit verabreichte Futter nicht mehr anrührt, weil er das Erbrechen damit in Verbindung bringt. Hier müsste auf neues Futter übergegangen werden. 

Auch eine Vergiftung beim Hund kann die Ursache von Übelkeit sein, z.B. aufgrund vom Fressen eines Giftköders oder Putzmittel. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollten Sie Ihren Vierbeiner schnell in eine Tierarztpraxis fahren. 

Darmverschluss
Der Darmverschluss beim Hund kann ebenfalls dazu führen, dass das Fressen aufgrund starker Bauchschmerzen verweigert wird. Ein Darmverschluss ist lebensbedrohlich und muss umgehend behandelt werden. Weitere Symptome des Darmverschlusses sind unter anderem der vergebliche Versuch Kot abzusetzen, ein harter Bauch, würgen und erbrechen sowie gelegentlich Fieber. 

Tiefgründigere Erkrankungen 
Es existieren noch weitere, schwerwiegende Erkrankungen, die Ursache von Appetitlosigkeit sein können, wie z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen oder Krebs. 

Hund verweigert Essen nach medizinischen Behandlungen
Nach einer Impfung oder einer Operation (z.B. Kastration) verspüren viele Hunde keinen Appetit. Bei operativen Eingriffen liegt das meist an der Narkose. Direkt nach einer Narkose sollten Hund auch nichts fressen, um Erbrechen zu vermeiden. 

Erst wenn Ihr Tier wieder wohlauf ist, können Sie langsam wieder mit der Fütterung beginnen.  Dies muss aber auch mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Fazit 

Ihr Hund verweigert das Essen nur vorübergehend und es treten keine weiteren Krankheitssymptome auf, ist das in der Regel unbedenklich.

Bei weiteren Beschwerden und länger anhaltender Appetitlosigkeit sollten Sie einen Tierarzt konsultieren, da ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken könnten.  

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