Flohspeichelallergie bei Hund und Katze

Erfahren Sie mehr über Flohbefall, Flohspeichelallergie und Flohkontrolle

Gerade weil Haustierflöhe ihre Lebensweise umgestellt haben, wurden sie zu "Kulturfolgern". Sie sind jetzt ganzjährig vorhanden und leben auch in vielen Wohnungen still und unerkannt. Dem Tierhalter bleibt so kaum etwas anderes übrig als ganzjährig Flohschutz zu betreiben. Hierfür bieten entsprechende Präparate Schutz von bis zu drei Monaten - einfach und ungiftig.

Flohspeichelallergie

Eine Flohspeichelallergie ist eine durch den Speichel von Flöhen bedingte, ganzjährig vorkommende allergische Hauterkrankung, die vor allem bei Hunden und Katzen auftritt. Hauptsymptom ist hochgradiger Juckreiz, der zu selbstzugefügten schweren Hautveränderungen und Sekundärinfektionen führen kann.

Ein einziger Biss kann bei einem allergischen Tier für 4 Wochen Juckreiz auslösen.

Das Leitsymptom der Flohspeichelallergie beim Hund ist intensiver Juckreiz vor allem in der Lenden-, Leisten- und Schwanzgegend. Als erste Hautveränderung treten kleine Papeln auf. Gelegentlich kommt es zu einer Anschwellung der Kniekehllymphknoten. Durch das Benagen und Belecken entwickeln sich oft weitere Hautveränderungen wie Erosionen und Krusten, sogenannte „hot spots“: umschriebene, oberflächliche eitrige Hautentzündungen. Auch eine zusätzliche Überwucherung der Haut mit Hefepilzen kann auftreten. Bei chronischem Bestehen einer Flohspeichelallergie treten Haarausfall, Hyperpigmentierung und Hautverdickung auf.

Bei Katzen ist das klinische Bild variabler. Betroffen sind hier vor allem die Schwanzwurzel und Lenden-, Bauch- und Leistenregion sowie der Hals. Das Haupterscheinungsbild ist neben Juckreiz eine Hautentzündung mit hirsekorngroßen Papeln und Krusten (miliare Dermatitis). Auch eine Überempfindlichkeit des Rückens kann auf eine Flohspeichelallergie hinweisen. Bei längerem Bestehen kann fleckiger oder beidseitig symmetrischer Haarausfall auftreten. Durch intensives Belecken kann eine flächige, erhabene Hautrötung (eosinophile Plaque) entstehen. Auch ein nicht schmerzhaftes Lippengeschwür kann vorkommen. Eine Flohspeichelallergie kann bei Katzen auch mit Lymphknotenschwellungen einhergehen und ist klinisch nicht immer von einer nichtallergischen Dermatitis nach Flohexposition zu unterscheiden.

Entwicklungszyklus der Flöhe

Erwachsene Flöhe verbringen die meiste Zeit auf ihrem Wirtstier und legen hier auch ihre Eier ab. Die Eier fallen auf den Boden, die Larven schlüpfen und krabbeln in dunkle Regionen (unter Möbel, tief in den Teppich), wo sie sich verpuppen. Aus diesen Puppen schlüpfen unter geeigneten Bedingungen die erwachsenen Flöhe. Ein Vermehrungszyklus dauert 4 - 5 Wochen. Ein erwachsener Floh kann 100 Tage auf einem Wirtstier leben und jeden Tag durchschnittlich 25 Eier legen.

Diagnose

Wenn Sie einen Floh auf Ihrem Tier sehen, sind bereits mindestens 100 Eier in der Umgebung des Tieres. Besteht nur der Verdacht auf Flohbefall, wird das Tier mit einem feinzinkigen Kamm gekämmt und die Haare aus dem Kamm auf ein angefeuchtetes weißes Blatt Papier gelegt. Sind hier kleine schwarze Krümel zu sehen, welche sich auf dem Papier rötlich färben, handelt es sich um Flohkot. Flöhe selbst sind meist nur bei hochgradigem Befall zu sehen. Ein weiteres Indiz ist der Nachweis der Eier des Gurkenkernbandwurms im Kot, da dieser Flöhe als Zwischenwirt benötigt.

Manchmal sind weder Flöhe noch Flohkot zu finden, da sich die Tiere durch den Juckreiz besonders gründlich putzen.

Therapie

Die beste Therapie ist eine konsequente Flohbekämpfung. Dies kann durch regelmäßigen Einsatz langwirksamer Insektizide erreicht werden. Wir beraten Sie, welches Präparat für Ihr Tier am besten geeignet ist. Bis zwei Tage nach dem Auftragen dürfen die Tiere nicht gebadet werden, damit die Präparate wirken können. Diese Flohbekämpfung sollte konsequent das ganze Jahr hindurch wiederholt werden.

Bei nachgewiesenem Befall sollte auch eine Behandlung der Umgebung des Tieres, vor allem des Liegeplatzes und bevorzugter Aufenthaltsorte, erfolgen, da sich Flöhe nicht permanent auf dem Tier aufhalten, und die Wirksamkeit der am Tier angewendeten Wirkstoffe auf diesen Teil der Flohpopulation begrenzt ist. Die Umgebungsbehandlung erfolgt durch regelmäßiges Staubsaugen und Waschen von Decken und Teppichen, unterstützt durch eine chemische Flohbekämpfung mit Umgebungssprays. Oft ist es sinnvoll, die Behandlung nach 2-4 Wochen zu wiederholen, um alle Stadien der Flöhe zu erreichen.

© AniCura Kleintierspezialisten Ravensburg, September 2018