ED-Röntgen

Ellbogengelenkserkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Lahmheiten der Vordergliedmaße beim Hund. Die Ellbogengelenksdysplasie (ED) umfasst verschiedene Erkrankungen, zu denen folgende Veränderungen gezählt werden:

Die häufigste Erkrankung ist der fragmentierte Processus coronoideus (FPC). Diese Veränderung kommt vor allen bei Labrador und Golden Retrievern, Berner Sennenhunden und Rottweilern vor. Die Osteochondrosis dissecans (OCD) ist deutlich seltener und wird bei ähnlichen Rassen gefunden. Der isolierte Processus anconeus (IPA) kommt vor allem beim Deutschen Schäferhund, sehr viel seltener bei anderen Rassen, vor. Für alle drei beschriebenen Krankheitsbilder gilt, dass die Symptome bereits im Welpenalter auftreten können. Dann zeigen die Hunde Lahmheiten, wollen weniger spielen und sind schmerzhaft bei Manipulation des Ellbogens. Bei vielen Patienten sind beide Ellbogengelenke betroffen. Manche Hunde zeigen aber auch für Tierhalter keine Symptome.

Wenn ein IPA vorliegt, kann die definitive Diagnose ab einem Alter von circa 16 Wochen mit Röntgenbildern gestellt werden. Auch die OCD des Ellbogens kann mit Röntgenbildern in aller Regel festgestellt werden.

Bei Hunden, die an einem FPC (Coronoiderkrankung) leiden, sind die Röntgenbilder leider nicht selten unauffällig, da es sich um ein kleines Knochenstück handelt, das aufgrund der Komplexität des Ellbogens nicht gut isoliert dargestellt werden kann. Zur Diagnosestellung ist oft eine weiterführende Diagnostik nötig, meist kann ein FCP mit einer Computertomographie festgestellt werden, in wenigen Fällen bringt jedoch erst die Gelenkspiegelung/Arthroskopie Sicherheit.

Es gibt Zuchtverbände, die offizielle Röntgenuntersuchungen ab dem Alter von 12 Monaten wünschen. Welche Aufnahmen erforderlich sind hängt vom Zuchtverband ab. Meist sind 2-3 Röntgenaufnahmen pro Ellbogengelenk erforderlich.

© AniCura, Dr. Nikola Medl