Infusionen

Es gibt viele mögliche Gründe, einem Tier eine Infusion zu verabreichen. Dabei werden über einen sogenannten Venenkatheter Flüssigkeiten in den Kreislauf des Tieres geleitet.

Wann benötigen Tiere eine Infusion?

Flüssigkeitsmangel

Hat ein Tier durch Erbrechen und/oder Durchfall viel Flüssigkeit verloren, hat es zu wenig getrunken und ist deswegen dehydriert (= ausgetrocknet) oder hat es aufgrund starker Blutungen einen instabilen Kreislauf, wird es eine Infusion erhalten.

Schmerzen

Wenn das Tier aufgrund von Schmerzen oder einem apathischen Zustand nicht von allein trinkt, ist eine Infusion ebenfalls angeraten. Mithilfe einer Infusion können also Flüssigkeitsverluste ausgeglichen werden.

Nährstoffmangel

Aber auch andere Defizite können mit einer Infusion behoben werden: Wenn z.B. Mineralien fehlen, werden diese gezielt zugesetzt. Ist das Tier wegen fehlender Futteraufnahme sehr schwach, enthält die Lösung auf jeden Fall Glukose, also Zucker.

Bluttransfusion

Bei großem Blutverlust kann eine Bluttransfusion notwendig werden, auch dafür muss eine Infusion gelegt werden.

Medikamentenverabreichung

Eine Infusion wird zudem genutzt, um bestimmte Medikamente über einen längeren Zeitraum direkt in den Organismus zu bringen. Manche Tiere können keine Tabletten schlucken und es genügt auch nicht immer, das Arzneimittel in den Muskel zu spritzen. Dann kommt die Infusion zum Einsatz.

Operation

Wird ein Tier längere Zeit in Vollnarkose operiert, bekommt es in der Regel ebenfalls eine Infusion. Dies dient der Stabilisierung des Kreislaufs, der durch das Narkosemittel beeinträchtigt werden kann.

Vorgehen zur Verabreichung der Infusion beim Tier

An einem gut zugänglichen, oberflächlichen Blutgefäß (in der Regel an einer Gliedmaße) wird das Fell des Tieres geschoren, ggf. auch rasiert. Die Einstichstelle wird desinfiziert, damit keine Keime in die kleine Wunde gelangen. Der Tierarzt wird die Vene stauen, sodass sie deutlicher zutage tritt. Dann wird mit einer speziellen Kanüle (Hohlnadel) durch die Haut in die Vene gestochen, was dem Vorgehen beim Blutabnehmen gleich ist. Diese spezielle Form der Kanüle besitzt aber gleichzeitig einen kurzen Kunststoffteil gleicher Form, der in der Vene verbleibt, während die metallene Kanüle wieder herausgezogen wird. Er wird mit einem Tape fixiert, damit er nicht versehentlich herausrutschen kann. Man bezeichnet dies als Venenverweilkatheter. Daran befindet sich ein Griffstück mit Anschlussmöglichkeiten für einen Infusionsschlauch oder das Aufsetzen einer Spritze. Der Katheter kann über Tage in dem Blutgefäß verbleiben, ohne, dass das Tier jedes Mal zur Blutentnahme oder Medikamentengabe festgehalten werden muss. Auch ist keine erneute Verletzung von Haut und Vene mittels Kanüle notwendig. Dies reduziert Stress und Schmerzen für das Tier (gerade bei längeren Klinikaufenthalten).

Übrigens:

Einmal gelegt verursacht der Katheter in der Regel keine Schmerzen. Manchmal kommt es nach dem Entfernen zu einer leichten Entzündung der Gefäßwand oder zu einem Hämatom, also einer leichten Blutung aus dem Gefäß. Letzteres ist in der Regel völlig harmlos und entspricht den „Blauen Flecken“ nach einer Blutentnahme beim Menschen.

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