Xylitvergiftung Hund - Bericht einer Tierarztpraxis

Immer wieder kommt es bei unseren Haustieren zu Vergiftungen, die tierärztlich behandelt werden müssen. Dies liegt auch daran, dass Mensch und Tier immer enger zusammenleben.  Unsere Tiere gelangen dadurch eher an menschliche Lebensmittel (z.B. Xylitvergiftung) Medikamente oder auch Zimmerpflanzen. Hinzu kommt, dass insbesondere Hunde immer häufiger von Mitmenschen durch Giftköder vergiftet werden.

Doch viel häufiger als Giftköderopfer sehen wir in unserer Praxis Vergiftungsfälle, die durch menschliche Lebensmittel oder Medikamente verursacht wurden. Meist sind Hunde betroffen, da diese nicht so wählerisch sind wie Katzen. Hinzu kommt, dass insbesondere fressfreudig Hunderassen wie z.B. Labrador, Beagle und Co. einfach alles fressen, was ihnen vor die Hundeschnauze fällt.

So war es auch bei der 6-jährigen Mischlingshündin Lara, die uns mit schwerster Xylitvergiftung vorgestellt wurde. Nachdem sie eine größere Menge Pfefferminz-Drops aufgenommen hatte, die Xylit (Birkenzucker) enthielten. Im Gegensatz zum menschlichen Stoffwechsel, kann der tierische Stoffwechsel diesen Stoff nicht normal verarbeiten.

Xylit ist hochgiftig für Hunde, Katzen und Heimtiere!

Symptome und Folge einer Xylitaufnahme

Bei einer Xylitvergiftung kommt es zu einer plötzlichen Ausschüttung körpereigenen Insulins in das Blut, woraufhin die Tiere in einen lebensbedrohlichen Unterzucker fallen.

Für den Besitzer sichtbare Symptome einer Unterzuckerung sind Schlappheit bis zum Taumeln oder gar Seitenlage mit epileptischen Anfällen. Wird dies nicht sofort behandelt, kann das Tier akut versterben.

Des Weiteren kann es zu einem akuten Leberversagen kommen, auch können die Nieren davon einen Schaden nehmen. Leber und Nierenproblematiken werden erst später über das Blut sichtbar.

Bitte suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf, wenn ihr Tier Xylit gefressen hat.

Was ist Xylit?

Xylit (Birkenzucker) ist ein Zuckeraustauschstoff, der mittlerweile in sämtlichen Nahrungsmitteln wie Kaugummi, Bonbons und div. Haushaltsmitteln eingesetzt wird.

Erfahrungsbericht Xylitvergiftung beim Hund

                       Xylitvergiftung
                        Mischlingshündin Lara nach der Xylitaufnahme
                                    in der Tierarztpraxis in Haßloch


„Als ich nach Hause gekommen bin habe ich die Dose mit den Pfefferminz-Drops auf Laras Platz gefunden. Reste davon waren in kleineren Stücken auf ihrer Decke und ca. 10 Drops befanden sich noch in der Dose.

Ich schätze dass bis zu diesem Zeitpunkt etwa 15-20 Minuten vergangen waren.

Mir war bekannt dass Xylit für Hunde gefährlich ist, aus diesem Grund sind wir kurze Zeit später (schätzungsweise 45 Minuten nach Verzehr) zum Tierarzt.

Ich habe die Praxis vorher über unser Kommen informiert.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Symptome festgestellt. Erst nach Ankunft beim Tierarzt ist sie seitlich weggekippt und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten.“

Lara wurde als Notfall sofort behandelt und erhielt umgehend eine Instensivtherapie über 3 Tage. Inzwischen geht es ihr wieder gut und wir konnten sie ohne Folgeschäden an Nieren oder Leber nach Hause entlassen. Durch schnelle Erstversorgung und weitere ständige Überwachung konnte schlimmeres verhindert werden.

Bitte sorgen Sie dafür, dass ihr Tier keinen Zugang zu giftigen Lebensmitteln und Substanzen hat.

 © AniCura Tierärztliche Praxis Dr. Rösch Hassloch