Visite in der Wildvogel Pflegestation in Kirchwald

Die Wildvogel Pflegestation in Kirchwald ist eine der größten Auffangstation für einheimische Wildvögel in Deutschland. Im letzten Jahr wurden hier über 2300 Wildvögel betreut, von denen 1720 gesund wieder in die Freiheit entlassen werden konnten.

Die Ursachen, warum Wildvögel unsere Hilfe benötigen, sind sehr unterschiedlich.

Mal stößt ein Mäusebussard beim Tiefflug über eine Straße mit einem Auto zusammen (was normalerweise für den Bussard eher schlecht ausgeht), mal verfängt sich ein Uhu bei der rasanten Verfolgung eines Beutetieres in einem Zaun. Ein Schwan möchte seinen Eiweißbedarf durch das Fressen eines kleinen Fisches decken und verschluckt dabei einen Angelköder mit Haken, oder es stürzt dem Gartenbesitzer beim Entfernen einer Hecke ein Nest voller Grünfinken vor die Füße.

Die Hauptursachen, die dazu führen, dass unsere kleinen (oder auch nicht so kleinen s.u.) Patienten unsere Hilfe benötigen, kommt durch menschliches Verschulden zustande, darum sollten auch wir Menschen ihnen helfen wieder gesund zu werden.

Mit den nachfolgenden Bildern wollen wir einige unserer Patienten vorstellen und ihre Geschichten erzählen. Alle Fotos wurden in unserer Station aufgenommen.
Hier geht es direkt zur Homepage der Wildvogel-Pflegestation in Kirchwald.

Verletzte Turmfalkenküken

      Verletzte Turmfalkenküken

Diese jungen Turmfalken stürzten aus ihrem Nest, welches sich hoch oben auf einem Kirchturm befand. Verwaiste oder verletzte Jungvögel benötigen sehr häufig unsere Hilfe. Sogar die Kleinsten müssen manchmal operiert werden, dies geschieht  in unserer Praxis, die sich ganz in der Nähe der Station befindet. Glücklicherweise wuchsen diese drei ohne weitere unerfreuliche Zwischenfälle auf.

Uhu im Stacheldrahtzaun

Uhu nicht erfreut

    Uhu 1 Flugvolieren Heilungsprozess

Dieser Uhu verletzte sich am Stacheldraht und konnte für längere Zeit nicht fliegen. Sobald die Verletzungen wieder soweit ausgeheilt sind und der Vogel wieder fliegen und sich bewegen kann, setzen wie ihn in eine unserer Flugvolieren, wo er nicht nur das Fliegen übt, sondern auch seine sozialen Fähigkeiten im Umgang mit seinen Artgenossen.

                                 Uhu kuschelt

Selbst wenn von weit weg alles gut aussieht müssen wir jeden Vogel hin und wieder fangen, um den Heilungsprozess aus der Nähe zu kontrollieren. Manchmal sind unsere Patienten  zuerst nicht besonders froh über unseren gut gemeinten Versuch ihnen zu helfen, aber im Endeffekt lehnen sich die meisten gerne an.

Steinkautznestling mit Beinbruch

    Steinkautz gebrochen  Steinkautz operiert

Dieser kleine Steinkauz brach sich als Nestling sein Bein, obwohl die Natur ihr Bestes versucht hat, heilte das Bein in dieser ungünstigen Position, eine Operation war die einzige Hoffnung. Post OP, so lässt es sich doch besser leben.


Sehr kleine Patienten

   Hausrotschwänzchen 1  Hausrotschwänzchen 2  Bachstelze

ManchePatienten sind wirklich sehr klein z.B. das Hausrotschwänzchen. Auf dem Bild links als Küken zu sehen und in der Mitte ausgewachsen, auf dem Flug in die Freiheit.

Auch der kleinste Knochen kann brechen (und heilen): die Bachstelze auf dem rechten Foto hatte eine Unterschenkelfraktur.

Falke bei "Rock am Ring"

  Versorgung  Falke mit Freund  Falke in Freiheit

Dieser befiederte „daredevil“ war auch unser Patient – der Falke hat versucht an der Party bei „Rock am Ring“ open air festival teilzunehmen, blieb aber im Dach des VIP Zeltes stecken. Glücklicherweise war Janina (eine unserer Mitarbeiter) auf dem Gelände und brachte ihn zu unserer Station, wo er einen neuen Freund fand.
Eine Wochen später durfte er zurück in die Freiheit  – auf zu neuen Abenteuern.

Mäusebussard mit Autounfall

   Mäusebussard 1   Mäusebussard 2   Mäusebussard 3

Dieser Mäusebussard hatte einen Autounfall, sein rechter Flügel ist dabei gebrochen . Es dauerte eine ganze Weile, aber nach längerer Pflege konnte er mit der Reha starten. Eine letzte Kontrolle durch Andrea, die Leiterin der Wildvogel-Pflegestation.

Unser Ziel: Gesund zurück in die Natur!

© Dr. Anja Baronetzky-Mercier, Tierärztin und Klinikleitung, AniCura
    Kleintierzentrum Mayen